Ist WILD das gesündere Fleisch?

Wildfleisch gilt als hochwertige Proteinquelle für den Hund. Und in der Tat hat dieses Fleisch in der Regel ein ausgewogenes Omega 3 zu Omega 6 Verhältnis, gilt als nicht hormon- oder antibiotikabelastet.

Wäre da nicht ein Weltereignis, das bis heute weitreichende Folgen nach sich zieht, obwohl wir es so nicht wahrnehmen: die Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Das radioaktive Cäsium-137 wurde freigesetzt und ist heute noch in einigen Regionen hochkonzentriert nachzuweisen. Vor allem Wildfleisch aus bestimmten Regionen Deutschlands und Österreichs ist belastet.

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät auf seiner Seite Folgendes:

  • Bestimmte Pilz- und Wildarten sind in einigen Gegenden Deutschlands durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch immer stark mit Cäsium-137 belastet.
  • Die Kontamination von Pilzen ist sowohl vom Cäsium-137-Gehalt in der Umgebung des Pilzgeflechts (Myzel) als auch vom speziellen Anreicherungsvermögen der jeweiligen Pilzart abhängig.
  • Wildbret ist je nach Region und Tierart sehr unterschiedlich belastet.
  • Wer seine persönliche Belastung verringern möchte, sollte in den höher belasteten Gebieten Deutschlands auf den Genuss selbst erlegten Wildes und selbst gesammelter Pilze verzichten.

Der Süden Deutschlands – vor allem Südbayern und der Bayerische Wald – sind davon besonders betroffen. In den letzten Jahren wurden Werte von bis zu mehreren Tausend Becquerel pro Kilogramm bei Wild und bei bestimmten Speisepilzen gemessen.

„Die Kontamination von Wildfleisch ist, ähnlich wie bei wildwachsenden Pilzen, im Vergleich zu landwirtschaftlichen Produkten noch deutlich erhöht. In einzelnen Gebieten Deutschlands sind spezifische Aktivitäten von über 1.000 Bq/kg Cs-137 zu beobachten. Die im Rahmen eines bundesweiten Routinemessprogramms (IMIS) erhobenen Daten erreichten im Jahr 2012 für Hirsche maximal 74 Bq/kg und für Rehe 430 Bq/kg. Die höchsten Cs-137-Aktivitäten werden im Allgemeinen bei Schwarzwild gemessen. So wurden 2012 Werte von rund 9.800 Bq/kg im Muskelfleisch von Wildschweinen erreicht.“

„Wer für sich persönlich die Strahlenbelastung so niedrig wie möglich halten möchte, sollte deshalb auf den Verzehr von vergleichsweise hoch kontaminierten Pilzen und Wildfleisch, wie aus dem Bayerischen Wald, der Region Mittenwald oder dem Donaumoos südwestlich von Ingolstadt verzichten. Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind nur gering kontaminiert und können bedenkenlos verzehrt werden.“ (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Wildfleisch, das als Lebensmittel in den Handel gelangt, darf eine spezifische Aktivität von 600 Bq/kg nicht überschreiten. Doch gilt die Grenze auch für Futtermittel?

Auf Nachfrage beim Bundesamt für Strahlenschutz heißt es:
Der Grenzwert für Radiocäsium von 600 Bq/kg für vermarktete Lebensmittel gilt nicht für Futtermittel. Es gibt allerdings zwei Sonderfälle, für die bereits jetzt Grenzwerte für den Radiocäsiumgehalt in Futtermitteln vorgesehen sind:

1. Beim Eintritt eines nuklearen Unfalls oder eines anderen radiologischen Notfalls innerhalb der EU

2. Importe aus Japan (wegen der Reaktorkatastrophe in Fukushima)

Für den Fall eines künftigen nuklearen Unfalls oder eines anderen radiologischen Notfalls sind innerhalb der EU die Grenzwerte der Verordnung (Euratom) 2016/52 vom 15. Januar 2016 für Lebens- und Futtermittel vorgesehen. Die Grenzwerte für die Summe der Aktivitäten von Cs-137 und Cs-134 in zum unmittelbaren Verbrauch bestimmten Futtermitteln sind wie folgt festgelegt: 1250 Bq/kg (Frischmasse) für Schweinefutter, 2500 Bq/kg (Frischmasse) für Geflügel-, Lamm- und Kalbsfutter und 5000 Bq/kg (Frischmasse) für sonstige Futtermittel.“

Beim Kauf von Wildfleisch für seinen Hund sollte man daher auf Lebensmittelqualität und die Herkunft achten (auch bei Kauartikeln) – ist diese nicht bekannt, ist Weidefleisch von Rindern & Co wohl die gesündere Alternative 😉

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