Ein „Second-Hand“ Hund soll’s sein…

Als feststand, ein Hund zieht ein, musste ich nicht lange überlegen – es sollte ihn bereits geben und ich wollte ihm ein schönes Zuhause bieten. Die Suche gestaltete sich dann allerdings langwieriger als gedacht…

Von Bildern her finde ich es nach wie vor schwierig, sich ein richtiges Bild des Hundes zu machen, weshalb ein Hund aus dem Ausland (zumindest, wenn er noch nicht in Deutschland war) ausschied. Ich habe diverse Tierheime abgeklappert, aber der Funke wollte leider nicht so recht überspringen. Der Einzige, der mich nicht anbellte, sondern sich vor mich hinsetzte und Pfötchen gab, war als bissig im Steckbrief, der am Gitter hing, abgestempelt. Auf meine Nachfrage, warum er denn gebissen hätte und ob ich mehr über ihn erfahren könnte, wurde ich kurzerhand abgespeist mit den Worten, dass dieser Hund für mich nicht infrage käme. Auch andere Tierheime hatten es leider nicht verstanden, Interessenten wertschätzend zu behandeln, zumal beide Seiten doch das gleiche Ziel verfolgen sollten: für jeden Hund ein schönes und richtiges Zuhause zu finden.

Aber es ging auch anders und ich war sehr positiv überrascht – ein Tierheim hatte zu den Besuchszeiten alle verträglichen Hunde frei im Besucherbereich laufen, so dass die Interessenten gleich Kontakt zu den Hunden knüpfen konnten. Da ich jahrelang selber Gassigängerin im Tierheim war, wusste ich, dass sich die Hunde außerhalb ihres Zwingers ganz anders verhalten. „Olivia“ war besonders niedlich, aber dadurch auch besonders gefragt und ich wusste, sie wird schnell ein liebevolles Zuhause finden.

Ich landete nach 5 Monaten schließlich auf einem Kleinanzeigenportal. Das von vielen (bei Rassewelpen in vielen Fällen zurecht) verhasste Portal ist für Besitzer, die ihren Hund schweren Herzens abgeben müssen, für mich immer noch eine wichtige und gute Möglichkeit, dem Tier einen Aufenthalt im Tierheim zu ersparen. Früher dachte ich immer „wie kann man nur sein Tier abgeben“, heute bewundere ich Menschen, die diesen Schritt nicht leichtfertig gehen, sondern eingesehen haben, dass es für beide Seiten besser wäre, sich zu trennen und die ein liebevolles neues Zuhause suchen, was mitunter auch nicht leicht ist. So entdeckte ich Luna – eine knapp 6 Jahre alte Golden-Retriever-Hündin. Ich fuhr noch am selben Abend hin und als ich sie sah, wusste ich, „die oder keine!“. Es war Liebe auf den ersten Blick! ♥ Die Familie hatte sie noch nicht lange, musste aber feststellen, dass ihr Sohn unter einer Hundehaarallergie litt.

Sie war der Sechser im Lotto und der tollste Hund der Welt! Und wir hatten noch 7,5 wunderschöne Jahre zusammen…

Luna war mein Seelenhund ♥

Ob sie mir irgendwann einen würdigen Nachfolger schickt? Vielleicht…..irgendwann….

Übrigens: die Suche nach einem Hund, den es bereits gibt und der zu einem passt, ist mit Sicherheit sehr viel aufwendiger, als einen Welpen vom Züchter zu holen, aber ES LOHNT SICH! Es gibt viele Hunde (auch Rassehunde!), die ein schönes Zuhause suchen… @adoptdontshop 🙂